Prostituiertenprozess: Bewährungsstrafen für beide bulgarischen Angeklagten

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Ein Urteil im Prostituiertenprozess ist gefallen – Der Vorsitzende Richter des Landgerichts Traunstein sagte: „Die Angeklagten sind schuldig des schweren Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung.

Man hat die Geschädigte zur Prostitution veranlasst, um sich persönlich zu bereichern.“ Der 27-jährige Angeklagte wurde zu zwei Jahren auf Bewährung, die 23-jährige Angeklagte zu einem Jahr und neun Monaten Bewährung verurteilt. Wie berichtet, hatten die beiden Bulgaren eine 29-jährige Landsfrau unter falschem Vorwand nach Deutschland gebracht und sie unter anderem in einem Rosenheimer Bordell arbeiten lassen. Haupttäter war für das Gericht laut Rosenheim24.de der 27-Jährige, für den die Angeklagte der Handlanger gewesen sei. Der Prozess lief seit heute Morgen um 9 Uhr. Gegen Nachmittag hatten die Angeklagten die Vorwürfe eingeräumt. Das Urteil fiel kurz vor 17:30 Uhr.

Update 17:15 Uhr

Im Prozess um eine mutmaßliche Zwangsprostitution in Rosenheim sind vor dem Landgericht Traunstein jetzt die Plädoyers der Verteidiger gesprochen worden. Angeklagt sind eine 23-jährige Bulgarin und ein 27-jähriger Bulgare. Sie sollen eine Landsfrau unter falschem Vorwand nach Deutschland gebracht und dort in Bordellen gegen ihren Willen arbeiten lassen. Als Druckmittel habt das Kind des Opfers hergehalten. Seit 9 Uhr wurden Polizisten, die mutmaßlichen Täter und das Opfer angehört. Die Angeklagten haben mittlerweile die Vorwürfe zugegeben. Die Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafen. Ein Urteil wird noch heute erwartet.

Update: 15:00

Nachdem die beiden Hauptangeklagten von ihrem Aussageverweigerungsrecht gebraucht gemacht haben, hat sich im heute stattfindenden Prostituiertenprozess am Landgericht Traunstein auch das 29-jährige Opfer zu Wort gemeldet. Sie soll laut Staatsanwaltschaft gegen ihren Willen auch in einem Rosenheimer Bordell beschäftigt gewesen sein. Die alleinerziehende Mutter sagte aus, sie kenne die Angeschuldigten sehr gut, sie spricht sogar von einem freundschaftlichen Verhältnis. Aus einer finanziellen Notlage heraus habe sie sich entschieden, das Angebot der 23-jährigen Angeklagten anzunehmen. Diese habe ihr eine dreimonatige Stelle als Putzkraft in Deutschland versprochen. Ihr Sohn blieb in Bulgarien bei den Eltern des Angeklagten. Auf der Fahrt nach Deutschland habe sie erfahren, dass sie als Prostituierte arbeiten solle. Die 29-Jährige habe sich gefügt, weil sie sich in der Schuld des Angeklagten und bedroht gefühlt habe. Wie berichtet, soll sie in Deutschland vom 27-jährigen Angeklagten erst vergewaltigt, dann immer wieder schikaniert und in Folge auf den Strich geschickt worden sein. Auch das Geld hätten ihr die beiden Angeklagten abgenommen.

Ursprungsmeldung:

Am Landgericht Traunstein beginnt heute ein Prozess wegen schweren Menschenhandels und sexueller Ausbeutung. Die beiden Angeklagten sollen eine alleinerziehende Mutter aus Bulgarien zur Prostitution gezwungen haben, unter anderem in einem Rosenheimer Bordell. Das Opfer steckte in finanziellen Schwierigkeiten. Unter dem Vorwand, sie könne in München als Zimmermädchen in einem Hotel etwas Geld verdienen, sollen die beiden Angeklagten die Bulgarin nach München gelockt haben. Dort sei sie jedoch von den Angeklagten zur Prostitution gezwungen worden. Was laut Staatsanwaltschaft von Anfang an der Plan gewesen sei. Als Druckmittel sollen die beiden Angeklagten den 8-jährigen Sohn der Frau benutzt haben. Nach einigen Tagen soll das Opfer in Rosenheim zur Prostitution gezwungen worden sein. Mitte August konnte der Sohn des Opfers unter polizeilichem Einsatz befreit und der Mutter zurückgebracht werden. Für den Prozess sind insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll Mitte Dezember fallen.